Zwölf Albumpositionen. Eine Zugabe. Und für viele Stücke mehr als eine überzeugende Fassung. Die eigentlichen Aufnahmen für Encounters, das neue Jazzalbum von Friday Morning Music, sind inzwischen abgeschlossen. Begonnen hat alles mit einer offenen Tür, einem Piano und einem lyrischen Tenorsaxofon. Nach und nach kamen Kontrabass, Schlagzeug, Stimmen, Gitarre, Trompete, Posaune und weitere Saxofone hinzu. Aus einer vorsichtigen ersten Begegnung ist eine vollständige Band geworden. Doch damit ist das Album noch nicht fertig. Jetzt beginnt eine Phase, die weniger sichtbar, aber mindestens ebenso wichtig ist: hören, vergleichen und wieder hören.

Einige Stücke existieren in mehreren starken Varianten. Manchmal ist eine Fassung musikalisch eindrucksvoller, eine andere fügt sich besser in den Gesamtbogen ein. Ein Solo kann isoliert begeistern und trotzdem im Album zu viel Raum beanspruchen. Ein ruhiger Take kann zunächst unscheinbarer wirken – und gerade deshalb die perfekte Verbindung zum nächsten Titel schaffen. Deshalb entscheidet nicht allein der beste einzelne Song. Entscheidend ist, ob das Album als zusammenhängende Begegnung funktioniert.

Auch das Finale hat uns länger beschäftigt. Es sollte groß wirken, ohne zum Feel-good-Orchester oder Gospelchor zu werden. Die Stimmen sollten zur Geschichte gehören, aber nicht die inzwischen eingespielte Jazzband verdrängen. Inzwischen gibt es zwei ernsthafte Kandidaten für diesen Abschluss. Und dann ist da noch die Zugabe: Zero Goodbye. Schnell, frech, verspielt und mit der Botschaft, dass ein Abschied vielleicht nur eine weitere offene Tür ist.

In den kommenden Tagen läuft das Album deshalb immer wieder vollständig durch. Noch werden Varianten ausgetauscht, Übergänge geprüft und Entscheidungen bewusst offengehalten. Die Musik ist aufgenommen. Jetzt hören wir, was daraus ein Album macht.

Während dieser Hörphase entstand noch ein kleiner, bewusst roher Moment: Still Listening – Studio Impro. Das Mico war einfach an. Den kurzen Mitschnitt gibt es hier.