Zwölf Albumpositionen. Eine Zugabe. Und für viele Stücke mehr als eine überzeugende Fassung. Die eigentlichen Aufnahmen für Encounters, das neue Jazzalbum von Friday Morning Music, sind inzwischen abgeschlossen. Begonnen hat alles mit einer offenen Tür, einem Piano und einem lyrischen Tenorsaxofon. Nach und nach kamen Kontrabass, Schlagzeug, Stimmen, Gitarre, Trompete, Posaune und weitere Saxofone hinzu. Aus einer vorsichtigen ersten Begegnung ist eine vollständige Band geworden. Doch damit ist das Album noch nicht fertig. Jetzt beginnt eine Phase, die weniger sichtbar, aber mindestens ebenso wichtig ist: hören, vergleichen und wieder hören.
Einige Stücke existieren in mehreren starken Varianten. Manchmal ist eine Fassung musikalisch eindrucksvoller, eine andere fügt sich besser in den Gesamtbogen ein. Ein Solo kann isoliert begeistern und trotzdem im Album zu viel Raum beanspruchen. Ein ruhiger Take kann zunächst unscheinbarer wirken – und gerade deshalb die perfekte Verbindung zum nächsten Titel schaffen. Deshalb entscheidet nicht allein der beste einzelne Song. Entscheidend ist, ob das Album als zusammenhängende Begegnung funktioniert.
Auch das Finale hat uns länger beschäftigt. Es sollte groß wirken, ohne zum Feel-good-Orchester oder Gospelchor zu werden. Die Stimmen sollten zur Geschichte gehören, aber nicht die inzwischen eingespielte Jazzband verdrängen. Inzwischen gibt es zwei ernsthafte Kandidaten für diesen Abschluss. Und dann ist da noch die Zugabe: Zero Goodbye. Schnell, frech, verspielt und mit der Botschaft, dass ein Abschied vielleicht nur eine weitere offene Tür ist.
In den kommenden Tagen läuft das Album deshalb immer wieder vollständig durch. Noch werden Varianten ausgetauscht, Übergänge geprüft und Entscheidungen bewusst offengehalten. Die Musik ist aufgenommen. Jetzt hören wir, was daraus ein Album macht.
Während dieser Hörphase entstand noch ein kleiner, bewusst roher Moment: Still Listening – Studio Impro. Das Mico war einfach an. Den kurzen Mitschnitt gibt es hier.
Aus einer vorsichtigen Unterhaltung zwischen Piano und Saxofon ist nach und nach eine ganze Band entstanden. Neue Instrumente kamen hinzu, Stimmen begegneten sich, Musiker hörten einander zu – und aus einzelnen Gesprächen entwickelte sich ein gemeinsamer Klang. In Every Direction zeigt diesen Klang erstmals in einer größeren Besetzung: Saxofone, Trompete, Posaune, Piano, Gitarre, Kontrabass und Schlagzeug greifen ein gemeinsames Motiv auf, geben es weiter und verändern es. Mal antworten sie einander, mal unterbrechen sie sich, mal spielen mehrere Gedanken gleichzeitig. Selbst der Schlagzeuger, der sich bisher meist zurückhaltend im Hintergrund bewegte, meldet sich mit einem kurzen eigenen Beitrag. Die Musik bewegt sich dabei tatsächlich in viele Richtungen – und bleibt trotzdem zusammen.
Eine Preview, kein endgültiger Album-Take
Diese Veröffentlichung ist ein besonderer Blick in die laufende Produktion unseres neuen Jazzalbums Encounters. Die hier veröffentlichte Version besitzt eine außergewöhnlich geschlossene, warme und unmittelbar zugängliche Ensemblewirkung. Sie klingt bereits wie eine Band, die gemeinsam auf der Bühne steht und den neu gewonnenen Raum genießt. Gerade diese musikalische Rundheit macht sie zu einer starken eigenständigen Fassung. Für das Album experimentieren wir gleichzeitig mit einer offeneren und kantigeren Interpretation: mehr Reibung, größere Freiräume und eine weibliche Stimme, die nicht als klassische Sängerin, sondern als improvisierendes Instrument in das Ensemble eintritt. Deshalb ist diese Preview kein verworfener Entwurf und auch keine bloße Zwischenstufe. Sie ist eine eigene Perspektive auf das Stück: der Moment, in dem die Band zum ersten Mal gemeinsam losgelassen wird.
Mensch und KI im musikalischen Dialog
Auch In Every Direction entsteht aus der Zusammenarbeit zwischen Mensch und künstlicher Intelligenz. Die KI erzeugt musikalische Möglichkeiten – manchmal überraschend, manchmal zu glatt, manchmal ganz anders als vorgesehen. Der menschliche Anteil liegt im Konzept, in der musikalischen Regie, im aufmerksamen Hören und vor allem in der Entscheidung, welche Version eine glaubwürdige Geschichte erzählt. Die musikalische Identität entsteht dabei nicht in einem einzelnen Prompt. Sie entwickelt sich durch Ausprobieren, Vergleichen und Verwerfen – und durch die bewusste Entscheidung, ungewöhnlich starke Varianten auch außerhalb des Albums hörbar zu machen.
In Every Direction – Ensemble Preview ist eine Momentaufnahme dieses Prozesses: Die Band ist noch nicht am Ziel. Aber sie hat begonnen, sich frei zu bewegen.
Bei der Arbeit an unserem neuen Jazzalbum entstand irgendwann ein überraschender Eindruck: Die Band klang zunehmend eingespielt. Piano und Saxofon reagierten aufeinander, als hätten sie bereits mehrere gemeinsame Abende hinter sich. Der Bass wusste scheinbar immer besser, wann er tragen und wann er selbst etwas erzählen sollte. Das zunächst sehr zurückhaltende Schlagzeug übernahm nach und nach mehr Verantwortung. Später kamen eine Sängerin und ein Sänger-Gitarrist hinzu. Auch sie wirkten nicht wie beliebig ergänzte Stimmen, sondern wie neue Menschen, die von einer bereits bestehenden Band aufgenommen wurden. Bei Same Light, dem sechsten Titel unserer aktuellen Albumproduktion, war dieses Gefühl besonders stark. Motive wurden von Piano, Saxofon und Gitarre aufgegriffen und weitergegeben. Die Musiker schienen einander zuzuhören. Fast hätte man glauben können, die Band habe aus den vorherigen Songs gelernt. Doch technisch ist genau das nicht passiert.
Suno kennt die Vorgeschichte nicht
In unserem aktuellen Workflow erzeugt Suno jeden neuen Titel unabhängig. Wir verwenden keine durchgehende Audio-Referenz, aus der das System die musikalische Entwicklung der Band ableiten könnte. Es weiß nicht, wie A Door Left Open klingt. Es erinnert sich nicht an die Gespräche aus Between the Lines. Es kennt weder die Sängerin aus Just Until Next Time noch den Sänger-Gitarristen aus From Where I Stand. Auch ein Prompt besitzt selbstverständlich kein Gedächtnis. Er ist zunächst nur eine neue Beschreibung dessen, was entstehen soll. Der Eindruck einer wiederkehrenden, sich entwickelnden Band muss also woanders herkommen.
Wir bewahren die Erinnerung
Zu Beginn des Albums öffnet sich mit A Door Left Open zunächst nur ein kleiner musikalischer Raum. Piano und lyrisches Tenorsaxofon begegnen sich vorsichtig. In Between the Lines erhält der Bass mehr Bedeutung. Bei Just Until Next Time tritt erstmals eine weibliche Stimme hinzu – nicht als dominante Sängerin, sondern als weitere Musikerin. Mit In Step beziehungsweise Four in the Room hören wir erstmals ein vollständiges Quartett, das wirklich gemeinsam swingt. In From Where I Stand kommt ein männlicher Sänger-Gitarrist hinzu und bringt eine zweite Perspektive mit. Bei Same Light begegnen sich schließlich beide Stimmen. Diese Entwicklung kennt Suno nicht. Aber wir kennen sie. Wir erinnern uns daran, wie das Piano bisher gesprochen hat. Wir wissen, dass das Saxofon nicht einfach möglichst viele Töne spielen soll, sondern zuhören und antworten muss. Wir achten darauf, dass der Bass nicht zur austauschbaren Grundlage wird und dass das Schlagzeug seine Rolle langsam entwickelt. Wir erkennen, wann eine Stimme zu glatt klingt, wann ein zusätzliches Instrument nicht in die Geschichte gehört oder wann ein musikalisch schöner Take trotzdem nicht zu dieser Band passt. Das Gedächtnis des Albums liegt damit nicht im Musikmodell. Es liegt in unserem gemeinsamen Produktionsprozess.
Wiedererkennbarkeit entsteht nicht durch Wiederholung
Dabei versuchen wir nicht, zwölfmal denselben Song zu produzieren. Eine glaubwürdige Band bleibt nicht dadurch erkennbar, dass sie immer gleich klingt. Im Gegenteil: Unsere Besetzung wächst. Die Musik bewegt sich von einer freien, intimen Jazzballade über Medium Swing und Vocal Jazz bis zur Bossa Nova. Später werden weitere Bläser hinzukommen, das Ensemble wird größer und der Groove kräftiger werden. Die Wiedererkennbarkeit liegt deshalb nicht in einer starren Klangschablone. Sie entsteht durch Beziehungen und Rollen. Das Piano öffnet Räume und stellt Fragen. Das Tenorsaxofon bleibt eine lyrische, erzählende Stimme. Der Bass darf zunehmend kommentieren. Das Schlagzeug begleitet zunächst vorsichtig und gestaltet später den Verlauf aktiv mit. Neue Stimmen und Instrumente betreten nicht einfach einen fertigen Song, sondern müssen von der bestehenden Band musikalisch aufgenommen werden. Diese Rollen formulieren wir in den Prompts immer wieder neu. Anschließend hören wir mehrere Varianten, vergleichen sie mit den bisherigen Titeln und entscheiden, welche Interpretation glaubwürdig zur Entwicklung passt.
Der Mensch als Creative Director
Genau hier liegt für mich eine wichtige Erkenntnis für professionelle KI-Musikproduktion. Die entscheidende Arbeit besteht nicht darin, einmal den perfekten Prompt zu schreiben und anschließend auf „Generate“ zu drücken. Ein guter Prompt kann eine Richtung vorgeben. Er kann Instrumente, Tempo, Klangfarben, Rollen und dramaturgische Ideen beschreiben. Aber er kann nicht allein entscheiden, welche Fassung Teil einer größeren Geschichte werden soll. Dafür braucht es Erinnerung, Kontext und Urteil. Wir hören nicht nur, ob ein Song schön ist. Wir fragen: Passt diese Stimme zu der Person, die wir bereits kennengelernt haben? Hat ein Instrument eine eigene Rolle oder ist es nur Dekoration? Entwickelt sich die Band weiter? Ist eine überraschende Abweichung ein Fehler – oder eröffnet sie eine bessere Geschichte? Und vor allem: Was geschieht, wenn wir die bisherigen Titel unmittelbar nacheinander hören? Damit verändert sich auch die Rolle des Menschen. Er muss nicht jede Note selbst festlegen, um künstlerische Verantwortung zu übernehmen. Seine Arbeit liegt in der Creative Direction, im Casting, in der Dramaturgie, in der Auswahl und in der bewussten Entscheidung gegen viele ebenfalls schöne Möglichkeiten.
Die KI als Variationspartner
Suno ist in diesem Prozess weder bloß ein ausführendes Werkzeug noch ein autonomer Komponist, der uns ein fertiges Album übergibt. Das System erzeugt Varianten. Es interpretiert unsere Vorgaben, manchmal erstaunlich genau, manchmal eigensinnig. Es fügt unerwünschte Backgroundstimmen hinzu, lässt Instrumente verschwinden, verlängert Stücke oder versteht einen Ausschluss als unverbindliche Empfehlung. Gleichzeitig entstehen Motive, Interaktionen und Übergänge, die wir selbst nicht vorhergesehen haben. Genau daraus entwickelt sich die kreative Zusammenarbeit. Wir geben eine Geschichte und musikalische Leitplanken vor. Suno antwortet mit Möglichkeiten. Wir hören, diskutieren, korrigieren und wählen aus. Die nächste Produktion beginnt nicht einfach mit einem neuen Prompt, sondern mit dem, was wir aus der vorherigen Begegnung gelernt haben. Die KI erinnert sich dabei nicht. Wir schon.
Eine neue Form musikalischer Kontinuität
Vielleicht ist das eine der interessantesten Besonderheiten dieser Produktionsweise: Eine virtuelle Band kann eine erkennbare Identität entwickeln, obwohl das erzeugende System ihre gemeinsame Vergangenheit nicht kennt. Diese Identität wird nicht automatisch generiert. Sie wird kuratiert. Sie entsteht durch konsequente Entscheidungen über viele Takes hinweg, durch wiederkehrende musikalische Beziehungen und durch die Bereitschaft, nicht einfach den spektakulärsten Song zu wählen, sondern denjenigen, der die gemeinsame Geschichte am glaubwürdigsten weitererzählt. Am Ende sollen die Hörerinnen und Hörer nicht darüber nachdenken müssen, welche Promptversion oder welche Einstellung zu einem bestimmten Saxofonsolo geführt hat. Sie sollen das Gefühl haben, einer Band zuzuhören, die sich begegnet, wächst, neue Mitglieder aufnimmt und langsam eine gemeinsame Sprache entwickelt.
Suno erinnert sich nicht an die Band. Aber wenn wir unsere Arbeit gut machen, werden sich die Hörer an sie erinnern. Damit habe wir einen weiteren Schritt der KI-generierten Musik zu einem eigenständigen Genre erreicht.
Eine erste Begegnung mit dem kommenden Album „Encounters“
Manche Begegnungen halten sich nicht an den richtigen Zeitpunkt. Sie kommen früher als erwartet, bringen etwas in Bewegung – und hinterlassen das Gefühl, dass da noch mehr entstehen könnte. Während der Arbeit an unserem zweiten Album Encounters ist genau so ein Moment entstanden: Das Album beginnt ganz bewusst klein. Zunächst begegnen sich Piano und Saxofon. Dann kommt der Bass hinzu. Aus vorsichtigen musikalischen Antworten entwickelt sich langsam ein gemeinsames Gespräch. Erst im dritten Titel betritt eine weibliche Stimme den Raum. Sie stellt sich nicht mit einem großen Refrain vor. Sie sagt einfach: “Hello.” Die Band hört zu. Saxofon und Piano antworten, der Bass mischt sich ein, und aus einzelnen vorsichtigen Beiträgen entsteht für einen Moment etwas Gemeinsames. Doch die Sängerin bleibt noch nicht. Gegen Ende verabschiedet sie sich mit den Worten: “Not goodbye. Just until next time.”
Eine Begegnung, zwei Versionen
Bei der Produktion entstand neben der ruhigeren Albumfassung eine zweite, deutlich schnellere Variante. Für die geplante Dramaturgie des Albums war sie eigentlich etwas zu ungeduldig. Die Musiker wirken darin wacher, fordernder und fast so, als wollten sie sich gegenseitig zeigen, was sie können. Als Teil der langsam wachsenden Albumgeschichte war uns das zunächst zu viel. Als eigenständiger Song funktioniert diese Fassung jedoch ausgesprochen gut. Sie swingt, entwickelt Energie und macht neugierig auf die Musik, die noch kommen wird. Deshalb haben wir entschieden, sie nicht auszusortieren, sondern ihr eine eigene Rolle zu geben:
Just Until Next Time (First Encounter) ist der erste musikalische Ausblick auf Encounters.
Warum nicht nur eine Version?
Bei einem klassischen Album wird am Ende normalerweise eine Fassung ausgewählt. Die anderen Takes verschwinden im Archiv oder gelten als Vorstufen auf dem Weg zum fertigen Song. Bei Friday Morning Music möchten wir diese Logik zumindest hinterfragen. Gerade bei Jazz kann dieselbe musikalische Idee in verschiedenen Begegnungen unterschiedlich verlaufen. Einmal hören die Musiker vorsichtig aufeinander. Ein anderes Mal entsteht mehr Spannung. Manchmal findet der Bass einen eigenen Gedanken, das Schlagzeug verändert den gemeinsamen Puls oder ein einzelner Ton öffnet plötzlich eine neue Richtung.
Diese Varianten sind nicht zwangsläufig richtig oder falsch. Sie können unterschiedliche Wahrheiten derselben Begegnung erzählen.
Die schnellere First Encounter-Version wird deshalb nicht identisch auf dem Album erscheinen. Dort bekommt der Song eine ruhigere Fassung, die sich organisch aus den vorherigen Titeln entwickelt. Wer später das vollständige Album hört, wird derselben Sängerin und denselben Musikern erneut begegnen – aber in einem anderen Zusammenhang.
Das ist erst der Anfang: wieder experimentieren wir das Zusammenspiel zwischen KI und Mensch
Encounters erzählt, wie aus einzelnen musikalischen Begegnungen nach und nach eine Band entsteht. Instrumente und Stimmen kommen hinzu, hören einander zu, reagieren, geraten gelegentlich aneinander vorbei und lernen, gemeinsam etwas Neues zu entwickeln. Dabei entsteht das Album selbst in einer Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI. Ideen werden in unserem virtuellen Musikstudio diskutiert, als Prompts übersetzt, mit Suno produziert, gehört, verworfen und weiterentwickelt. Nicht die perfekte Anweisung steht im Mittelpunkt, sondern das gemeinsame Entdecken dessen, was aus einer Idee werden kann.
Just Until Next Time (First Encounter) ist die erste öffentliche Spur dieser Reise. Noch ist die Tür nur einen Spalt geöffnet. Aber dahinter wird bereits Musik gemacht.
Wie präzise muss Musik sein, damit sie frei klingen darf?
In unserem sechsten Test für das nächste Friday-Morning-Music-Projekt ging es um eine der lebendigsten Formen musikalischer Kommunikation im Jazz: Trading Fours. Ein Instrument improvisiert vier Takte, das Schlagzeug antwortet vier Takte. Danach übernimmt das nächste Instrument. Zumindest lautet so die klassische Idee.
Unsere Frage war deshalb diesmal sehr konkret:
Kann Suno nicht nur überzeugenden Hard Bop erzeugen, sondern auch ein erkennbares, gleichberechtigtes Gespräch zwischen Soloinstrumenten und Schlagzeug gestalten?
Die kurze Antwort lautet: musikalisch ja – mathematisch nur bedingt.
Der Versuchsaufbau
Getestet wurde erneut mit Suno v5.5. Die Parameter blieben gegenüber den vorherigen Versuchen unverändert:
Weirdness: 50 Prozent
Style Influence: 50 Prozent
zwei Generierungsläufe
insgesamt vier Varianten
Instrumentalstück ohne Gesang
angestrebte Dauer: ungefähr drei Minuten
Der Stil-Prompt verlangte schnellen Hard Bop im treibenden 4/4-Takt mit Tenorsaxofon, Trompete, Flügel, Kontrabass und Jazz-Schlagzeug. Walking Bass und Ride Cymbal sollten das rhythmische Fundament bilden. Nach einem gemeinsamen Hauptthema waren getrennte Soli für Saxofon, Trompete und Piano vorgesehen. Anschließend sollte eine klar erkennbare Trading-Fours-Passage folgen: jeweils vier Takte Instrument, beantwortet von vier Takten Schlagzeug.
Zum Abschluss sollte das Hauptthema zurückkehren und die gesamte Band gemeinsam mit einem klaren Schlussakkord enden – ausdrücklich ohne Fade-out.
Was Suno sehr zuverlässig verstanden hat
Die stilistische Beschreibung setzte Suno in allen vier Varianten bemerkenswert gut um. Der Hard-Bop-Charakter war deutlich hörbar. Walking Bass und Ride Cymbal blieben stabil, die Themen wurden aufgenommen und weiterentwickelt, und die einzelnen Soloinstrumente ließen sich gut voneinander unterscheiden.
Auch der gewünschte Schluss funktionierte überwiegend. Drei Fassungen endeten erkennbar und musikalisch geschlossen. Nur eine Variante wirkte, als sei das Stück nach ungefähr drei Minuten beendet worden, obwohl die Band mit ihrem Gedanken noch nicht fertig war.
Bei den Trading Fours wurde Suno dagegen erneut kreativ. Die Wechsel zwischen Instrumenten und Schlagzeug waren grundsätzlich erkennbar und die musikalischen Blöcke ungefähr gleich lang. Eine verlässliche Einhaltung exakt abgezählter Vier-Takt-Passagen ließ sich jedoch nicht feststellen.
Suno verstand also sehr gut, was die Musiker miteinander tun sollten. Weniger sicher war, ob sie dabei tatsächlich bis vier zählten.
Die vier Varianten
Variante
Dauer
Charakter
Stärken
Schwächen
V1
4:10
klassischer, schneller Hard Bop
Konsequente Genre-Sprache, alle Instrumente nehmen das schnelle Spiel auf, viel Raum für Entwicklung
Stellenweise hektischer; die besondere Länge entfernt sich deutlich von der Vorgabe
V2
3:32
virtuose Leistungsschau
Spektakulärstes Einzelspiel des Tests, enorme Bandbreite der Bläser, technisch auf einem Niveau sehr guter Live-Musiker
Hauptthema hinter verspielten Variationen teilweise verborgen; Schlagzeug bis auf ein kleines Finale stark im Hintergrund
V3
3:00
swingender Ensemble-Dialog
Gleichwertige Soloinstrumente, wiederkehrendes Hauptthema, klare Instrumentensprache, hohes Tempo ohne Hektik, vollständiger Schluss
Trading Fours musikalisch plausibel, aber formal nicht exakt nachweisbar
V4
3:00
virtuoser Wettstreit
Ausgeprägte Soli, hohe technische Energie, swingender als V1 und V2
Eher Gegeneinander als Gespräch; musikalisch abgebrochenes Ende; unerwünschte Do-Wop-Backgrounds trotz Instrumentalvorgabe
Der Favorit: V3
V3 ist nicht die spektakulärste Fassung. Genau deshalb ist sie die stärkste.
Alle Soloinstrumente wirken gleichwertig. Das Hauptthema taucht immer wieder als gemeinsamer Bezugspunkt auf. Die Instrumentensprache ist so klar, dass das schnelle Tempo nie in Unruhe kippt. Die Musiker demonstrieren nicht nur, was sie einzeln können – sie hören einander zu.
Hat Suno den Test bestanden?
Musikalisch: ja. Formal: teilweise.
Suno kann glaubwürdigen Hard Bop erzeugen. Es kann Motive wiederaufnehmen, Solisten unterscheidbar gestalten, eine schnelle Band transparent klingen lassen und kurze instrumentale Dialoge entwickeln. Auch das Schlagzeug kann als antwortender Musiker erscheinen und nicht nur als rhythmischer Unterbau.
Was weiterhin nicht zuverlässig funktioniert, ist die präzise formale Kontrolle durch Textanweisungen. „Vier Takte Instrument, vier Takte Schlagzeug“ wird eher als musikalische Idee verstanden denn als verbindliche Partitur.
Das ist keine unwichtige Einschränkung. Für einen exakt geplanten Ablauf müssten wir vermutlich mit einer musikalischen Vorlage, einem vorbereiteten Loop oder einer nachträglichen Bearbeitung arbeiten. Für eine lebendige Studio-Session kann diese Freiheit dagegen produktiv sein.
Denn auch diesmal gilt:
Suno hält sich nicht immer exakt an die Besetzung und die Partitur. Aber manchmal entsteht gerade dort Musik, wo sich die virtuellen Musiker Freiheiten nehmen.
Erkenntnis für den späteren Workflow
Für den neuen Jazz-Workflow sollten wir zwei Ebenen unterscheiden:
Musikalische Leitplanken: Genre, Instrumentierung, Stimmung, Motiv, Rollen der Musiker und Dramaturgie kann Suno bereits überzeugend umsetzen.
Formale Präzision: Exakte Taktzahlen, streng geregelte Übergaben und sekundengenaue Formverläufe dürfen wir nicht allein über Text absichern.
Der zukünftige Jazz-Spezialist sollte deshalb nicht versuchen, jeden Takt vollständig zu kontrollieren. Er sollte zunächst ein starkes gemeinsames Thema, klar unterscheidbare Rollen und die gewünschte Art des Zusammenspiels definieren. Präzision kann dort ergänzt werden, wo sie wirklich notwendig ist.
Die vielleicht wichtigste Erkenntnis dieses Tests lautet jedoch:
Hohes Können wird musikalisch erst dann interessant, wenn es nicht wichtiger wird als das Zusammenspiel
Vier Bossa-Versionen ohne den geschriebenen Text, eine vorschnelle Diagnose und schließlich die Erkenntnis, dass nicht Suno, sondern unser Versuchsaufbau falsch lag. Test 5 wurde zum vielleicht ehrlichsten Casting unseres virtuellen Jazzstudios.
Vom gescheiterten Walzer zum Bossa Nova
Test 4 hatte eine überraschend präzise Erkenntnis geliefert: Suno v5.5 konnte einen ausdrücklich bestellten Jazz-Walzer in keiner von vier Versionen zuverlässig im 3/4-Takt umsetzen. Gleichzeitig erzeugte das Modell durchaus unterschiedliche und musikalisch überzeugende Rhythmen – vom klassischen Swing bis zu Bossa-Nova-artigen Grooves.
Suno war also nicht rhythmisch ideenlos. Es hielt sich nur nicht an den verlangten Walzertakt.
Daraus entstand die Leitfrage für Test 5:
Kann Suno Bossa Nova als benannte Groove-Welt gezielt und reproduzierbar erzeugen, obwohl es eine abstrakte Taktvorgabe wie 3/4 nicht zuverlässig umsetzt?
Der neue Song erhielt den Titel „Between the Lights“. Geplant war ein intimer moderner Vocal-Bossa: warme weibliche Altstimme, synkopierte Nylongitarre, Kontrabass, Cross-Stick, Brushes, dezenter Shaker, sparsames Piano und ein lyrisches Tenorsaxofon.
Kein Samba, kein Latin Pop, kein Lounge-Jazz und ausdrücklich keine Fahrstuhlmusik.
Der geplante Versuchsaufbau
Die Partitur sah folgende große Abschnitte vor:
acht Takte instrumentales Intro,
zwei kurze Vocal-Teile,
instrumentaler Übergang,
ein 16-taktiges Saxofonsolo,
Bridge,
Rückkehr zum Vocal-Thema,
acht Takte Outro mit klarem Ende.
Innerhalb dieser Blöcke sollte das Saxofon jeweils nur zwischen den gesungenen Zeilen antworten. Die Gitarre sollte den Bossa-Groove durchgehend tragen, das Piano dagegen sparsam bleiben.
Wie in den vorherigen Tests blieben die Parameter unverändert:
Parameter
Einstellung
Modell
Suno v5.5
Weirdness
50 %
Style Influence
50 %
Ziel
ungefähr 3 Minuten
Testumfang
vier Versionen aus zwei Generierungsläufen
Dann startete die erste Runde.
Bossa funktioniert – aber wo ist die Sängerin?
Die ersten beiden Versionen klangen klar nach Bossa Nova. Der Groove saß, die Akustikgitarre funktionierte und die Stücke lagen fast genau bei drei Minuten.
Nur Gesang gab es nicht.
Auch die zweite Generierungsrunde verwendete den geschriebenen Text nicht. V3 und V4 ergänzten immerhin einen Doo-Wop-artigen Backgroundchor. Musikalisch ganz charmant – aber nicht im Sinne des Erfinders.
Die erste Arbeitshypothese lag nahe: Vielleicht war die Regiepartitur im Songtextfeld zu komplex. Möglicherweise überlagerten die vielen geklammerten Instrumentalanweisungen den eigentlichen Text. Wir formulierten bereits die Idee eines vereinfachten Nachtests mit deutlich weniger Regie.
Dann fiel auf, dass Suno im Bereich „Songtext“ zwei unterschiedliche Eingabemöglichkeiten anbietet.
Und die gesamte Diagnose änderte sich.
Suno, wir müssen uns entschuldigen
Die vollständige Partitur war im Reiter „Prompt“ eingegeben worden. Dieser Bereich dient dazu, die Erzeugung eines Songtextes zu beschreiben. Der tatsächlich zu singende eigene Text gehört dagegen in den Reiter „Schreiben“.
Suno beschreibt „Write with Suno“ entsprechend als Möglichkeit, eine Beschreibung für einen zu generierenden Songtext einzugeben. Eigene Lyrics sollen direkt in das dafür vorgesehene Lyrics-Feld eingefügt werden. Suno zu „Write with Suno“ · Suno zu eigenen Lyrics
Interessant ist die Benutzeroberfläche trotzdem: Wechselt man in den Reiter „Schreiben“, bleibt der Inhalt im Prompt-Reiter sichtbar gespeichert. Unsere Tests sprechen sehr stark dafür, dass für die Musikerzeugung nur der jeweils aktive Modus berücksichtigt wird. Offiziell dokumentiert ist diese technische Priorisierung jedoch nicht eindeutig.
Damit waren die ersten vier Versionen kein gültiger Test für die Frage, ob Suno umfangreiche Regieanweisungen und einen eigenen Songtext gleichzeitig verarbeiten kann.
Sie blieben aber ein gültiger Bossa-Vortest:
vier klare Bossa-Grooves,
vier vollständige Drei-Minuten-Formen,
interessante Instrumentalarrangements,
zwei unerwartete Doo-Wop-Chöre.
Nur die Sängerin war nicht ausgefallen. Wir hatten ihr schlicht nicht den richtigen Text gegeben.
Zweiter Versuch – diesmal im richtigen Feld
Der vereinfachte Nachtest wurde verworfen. Stattdessen kam die unveränderte vollständige Partitur in den Reiter „Schreiben“.
Nun erschienen Text und Gesang in allen vier Versionen. Auch die Laufzeiten blieben bemerkenswert stabil:
Version
Laufzeit
Besonderheit
Neue V1
2:59,76
erste gültige Vocal-Bossa-Fassung
Neue V2
2:59,88
schönes Duett
Neue V3
2:59,71
abwechslungsreichste Fassung, starke Gitarre, Saxofondialog, Einzelsoli und Doo-Wop-Finale
Neue V4
2:59,83
entwickeltes Duett mit abwechselnden und gemeinsamen Passagen
Durchschnitt
2:59,80
Damit war die zentrale Groove-Frage klar beantwortet:
Suno kann Bossa Nova als benannte rhythmische und stilistische Welt zuverlässig reproduzieren.
Der Kontrast zu Test 4 ist deutlich:
Vorgabe
Ergebnis
Jazz-Walzer im strengen 3/4-Takt
0 von 4
Bossa Nova als benannter Groove
4 von 4
Suno versteht offenbar stilistische Groove-Konzepte besser als abstrakte metrische Anweisungen.
Musiker machen eben, was sie wollen
Mit dem Text im richtigen Feld funktionierten auch die großen Regieblöcke zuverlässig: Gesangsteile, instrumentale Übergänge, Soloräume und die Rückkehr zum Vocal-Thema waren klar erkennbar.
Die kleinteilige Regie blieb dagegen frei interpretierbar.
Bestellt war beispielsweise eine einzelne weibliche Altstimme. Mehrere Versionen entwickelten daraus ein Duett. In V4 wechselten sich die Stimmen nicht nur ab, sondern sangen einzelne Passagen gemeinsam. Das Saxofon antwortete nicht immer exakt an den vorgesehenen Stellen. Manche Instrumente nahmen sich mehr Raum, andere weniger. V3 integrierte sogar erneut einen Doo-Wop-Chor – diesmal passend in das Finale eingebaut.
Die zentrale Studioerkenntnis lautet deshalb:
Suno versteht die großen Vereinbarungen einer Session. Innerhalb dieser Vereinbarungen interpretieren die virtuellen Musiker ihre Rollen selbst.
Oder kürzer:
Musiker machen eben, was sie wollen.
Das ist nicht nur ein lustiger Satz. Für unseren späteren Workflow ist es eine wichtige Architekturentscheidung.
Verbindlich beschreiben sollten wir:
Genre und Groove,
Grundstimmung,
Besetzung,
große Songabschnitte,
zentrale Soloräume,
gewünschte Gesamtdramaturgie.
Als kreativen Freiraum behandeln sollten wir:
exakte Antwortphrase nach einer bestimmten Zeile,
punktgenaue Instrumenteneinsätze,
zusätzliche Stimmen,
kleine Breaks,
Instrumentenwechsel,
überraschende Schlussideen.
Wir schreiben also den Sessionplan – aber nicht jede Note.
Hörbeispiel 2 – V3: Die Musiker übernehmen
Hörfrage: Ist das Doo-Wop-Finale eine unerwünschte Abweichung oder ein musikalischer Gewinn?
V3 ist die stärkste Fassung des Castings. Sie erfüllt die große musikalische Idee und besitzt gleichzeitig die größte Abwechslung:
klarer Bossa-Groove,
starke Akustikgitarre,
lebendiger Dialog mit dem Saxofon,
unterschiedliche Instrumentalsoli,
Duettstruktur,
ein unerwartetes, aber schlüssig eingebautes Doo-Wop-Finale.
V4 ist die stärkste Alternative aus Sicht der Vocal-Entwicklung. Das Duett wächst über einfaches Call-and-Response hinaus und findet stellenweise zu gemeinsam gesungenen Passagen.
Beide Fassungen zeigen, dass Prompttreue und musikalische Qualität nicht dasselbe sind.
Ergebnis: Test bestanden – nach Korrektur des Menschen
Prüffrage
Ergebnis
Bossa-Nova-Groove reproduzierbar
Bestanden – 4 von 4
Drei-Minuten-Form
Bestanden – 4 von 4
Eigene Lyrics und Gesang
Nach korrekter Eingabe bestanden – 4 von 4
Große Formblöcke
Überwiegend bestanden
Kleinteilige Regie
Nur teilweise umgesetzt
Einzelne weibliche Leadstimme
Nicht zuverlässig – mehrfach zum Duett erweitert
Musikalische Qualität der Abweichungen
Hoch
Der wichtigste Lernpunkt dieses Tests betrifft deshalb nicht nur Suno:
Wenn ein KI-System eine Aufgabe scheinbar nicht erfüllt, muss auch der menschliche Versuchsaufbau überprüft werden.
Kreative Zusammenarbeit bedeutet nicht, jeden Fehler reflexartig der KI zuzuschreiben. Sie bedeutet auch, eigene Annahmen zu korrigieren, Ergebnisse neu zu bewerten und den Test sauber zu wiederholen.
Suno konnte den Text verarbeiten. Wir mussten ihn nur in das richtige Feld schreiben.
Und dann machten die Musiker trotzdem wieder, was sie wollten.
Vier instrumentale Jazzstücke, vier präzise Drei-Minuten-Formen, klare Saxofon- und Piano-Soli – und kein einziger Jazz-Walzer. Warum ein nicht bestandener Test unser virtuelles Studio trotzdem entscheidend weiterbringt.
Warum wir nach dem Blues plötzlich zählen wollten
Für das zweite Album von Friday Morning Music testen wir derzeit systematisch, welche Rollen Suno v5.5 in einem neuen virtuellen Jazzstudio übernehmen kann. Die bisherigen Castings hatten bereits einiges gezeigt:
kurze Lyrics können durch eine ausführliche musikalische Regie zu vollständigen Songs werden,
längere Improvisationsphasen sind möglich,
Stimme und Instrumente können miteinander in einen echten Dialog treten,
und manchmal spielt ein Instrument ungefragt mit – musikalisch durchaus zum Vorteil des Songs.
Nach Jazzballade, Medium Swing und Blues sollte Test 4 erstmals weniger die Atmosphäre und stärker die rhythmische Präzision untersuchen.
Die Frage klang zunächst einfach:
Kann Suno einen modernen instrumentalen Jazz-Walzer konsequent im 3/4-Takt halten?
Für uns war das keine rein akademische Übung. Bei früheren Versuchen mit Ballroom-Musik hatte Suno genaue rhythmische Vorgaben nicht zuverlässig umgesetzt. Ein Jazz-Walzer verbindet deshalb zwei interessante Anforderungen: Er lässt viel Freiheit für Improvisation, besitzt aber gleichzeitig ein eindeutig überprüfbares metrisches Fundament.
Der Arbeitstitel lautete: „Three Steps into Morning“.
Die Versuchsanordnung
Der Prompt ließ eigentlich wenig Interpretationsspielraum. Gefordert waren:
ein strenger und klar hörbarer 3/4-Takt,
ungefähr 132 BPM,
ein durchgängiger Puls von EINS–zwei–drei,
kein Wechsel in 4/4 oder 6/8,
Tenorsaxofon, Flügel, Kontrabass und Brushes,
ein wiederkehrendes viertöniges Motiv,
je ein eigener 32-taktiger Solo-Chorus für Saxofon und Piano,
eine anschließende Ensemble-Unterhaltung,
Rückkehr zum Hauptthema,
eine vollständige Drei-Minuten-Form mit klarer Schlusskadenz.
Die instrumentale Regiepartitur stand diesmal im Songtextfeld. Der separate Instrumental-Schalter blieb deaktiviert, weil Suno sonst kein Feld für die ausführlichen Formanweisungen bereitgestellt hätte. Gesang wurde deshalb dreifach ausgeschlossen: in der Partitur, im Style-Prompt und im Exclude-Feld.
Die übrigen Parameter blieben wie in den vorherigen Tests unverändert:
Parameter
Einstellung
Modell
Suno v5.5
Weirdness
50 %
Style Influence
50 %
Ziel
ungefähr 3 Minuten
Anzahl
vier Versionen aus zwei Generierungsläufen
Überraschung Nummer eins: Instrumental funktioniert
Vor dem eigentlichen Walzertest gab es zunächst eine offene technische Frage: Würde Suno die Regieanweisungen als Produktionshinweise verstehen – oder einzelne Anweisungen singen und sogar einen eigenen Text erfinden?
Das Ergebnis war eindeutig positiv. Alle vier Versionen blieben vollständig instrumental. Keine Regieanweisung wurde gesungen, keine Stimme summte und Suno erfand keine Lyrics.
Auch die Form wurde bemerkenswert präzise getroffen:
Version
Laufzeit
V1
2:58,01
V2
2:58,68
V3
2:59,50
V4
2:59,76
Durchschnitt
2:58,99
In allen vier Fassungen sind sowohl ein Saxofon- als auch ein Piano-Solo klar erkennbar. Die Soli besitzen unterschiedliche Charaktere, die Dramaturgie entwickelt sich und das Ensemble klingt wie eine satte moderne Jazzbesetzung.
Suno hatte die Regiepartitur also keineswegs ignoriert.
Nur Walzer spielte es nicht.
Vier Versuche, kein Dreivierteltakt
Schon V1 war eindeutig kein Jazz-Walzer. V2 bestätigte das Ergebnis im selben Generierungslauf. V3 und V4 entstanden anschließend in einem zweiten Lauf mit identischem Prompt und unveränderten Parametern.
Auch sie blieben außerhalb eines durchgehenden 3/4-Takts.
V4 näherte sich der Vorgabe zumindest kurz an. Eine synkopierte Sequenz am Anfang erzeugt eine gewisse Dreier-Anmutung. Danach setzt sich jedoch kein stabiler Walzerpuls durch. Das Stück klingt stellenweise so, als hätte Suno verstanden, welche Oberfläche mit „Jazz Waltz“ gemeint sein könnte – ohne daraus ein verbindliches metrisches Gerüst zu machen.
Prüfkriterium
Ergebnis
Rein instrumental
4 von 4 bestanden
Keine erfundenen Lyrics
4 von 4 bestanden
Ungefähr drei Minuten
4 von 4 bestanden
Klare Saxofon- und Piano-Soli
4 von 4 bestanden
Unterschiedliche Soloentwicklung
Bestanden
Durchgehender 3/4-Takt
0 von 4 bestanden
Erkennbarer Jazz-Walzer
0 von 4 bestanden
Das Gesamturteil ist deshalb klar:
Test 4 wurde in seiner zentralen Anforderung nicht bestanden. Eine mehrfach wiederholte textliche 3/4-Vorgabe reicht bei Suno v5.5 nicht aus, um zuverlässig einen Jazz-Walzer zu erzeugen.
Hörlabor: Wenn ein gescheiterter Test gut klingt
Ein technisch nicht bestandener Test muss musikalisch nicht wertlos sein. Im Gegenteil: V3 entwickelte sich beim Hören zum klaren Favoriten.
Hörbeispiel 1 – V3: Der musikalische Testsieger
V3 überzeugt mit schönen Wechseln innerhalb der Soli, einem überraschenden Drum-Break und einem vollen, lebendigen Jazzklang. Als Jazz-Walzer fällt die Version durch. Als modernes instrumentales Jazzstück könnte sie trotzdem interessant für das Album sein.
Hörfrage: Darf ein Song weiterkommen, obwohl er die eigentliche Testaufgabe nicht erfüllt hat?
Was Suno versteht – und was nicht
Der Test zeigt eine auffällige Form selektiver Steuerbarkeit.
Suno versteht offenbar sehr gut:
ob ein Stück instrumental sein soll,
welche Instrumente beteiligt sind,
wann Saxofon oder Piano solieren,
wie lange ein Stück ungefähr dauern soll,
wie sich Dynamik und Dramaturgie entwickeln sollen.
Deutlich schwieriger scheint dagegen eine musikalische Grundbedingung zu sein, die alle Beteiligten gleichzeitig und während des gesamten Stücks einhalten müssen: das Metrum.
Dabei wäre es falsch, Suno grundsätzlich mangelndes Rhythmusgefühl zu bescheinigen. Die vier Versionen sind rhythmisch keineswegs gleichförmig. Sie bewegen sich zwischen klassischem Swing, geraderen modernen Jazzgrooves und teilweise sogar Bossa-Nova-artigen Anmutungen. Suno kann also unterschiedliche rhythmische Charaktere erzeugen und musikalisch überzeugend variieren.
Das Problem ist präziser: Suno findet durchaus eigene Grooves, hält sich aber nicht zuverlässig an den konkret bestellten Dreivierteltakt. Es unterscheidet offenbar besser zwischen stilistischen Rhythmuswelten wie Swing oder Bossa Nova als zwischen einer frei interpretierten Groove-Idee und einer verbindlichen metrischen Vorgabe.
Gerade diese Beobachtung macht den Test besonders interessant. Das Modell reagiert kreativ auf den Wunsch nach rhythmischer Bewegung – nur nicht gehorsam genug auf die mathematische Struktur „drei Schläge pro Takt“.
Vereinfacht gesagt:
Suno kann gut entscheiden, wer wann spielt und welchen Groove die Band entwickelt. Weniger zuverlässig ist, in welchem Takt alle gemeinsam spielen sollen.
Ein weiterer Versuch mit lediglich noch mehr Text zum 3/4-Takt erscheint wenig sinnvoll. Die Vorgabe stand bereits positiv und negativ im Style-Prompt, in der Regiepartitur und im Exclude-Feld. Vier Versionen aus zwei Generierungsläufen verfehlten sie trotzdem.
Vom Prompt-Studio zum musikalischen Studio
Der nächste sinnvolle Schritt wäre deshalb kein neuer Wortlaut, sondern eine neue Art der Zusammenarbeit.
Bisher bestand unser Studio im Wesentlichen aus Gesprächen, Rollen, Entscheidungen und Prompts. Für metrisch präzise Musik könnte künftig ein zusätzlicher musikalischer Baustein notwendig sein: eine kurze Audiovorlage.
Die Idee:
Kreative Idee
→ Arrangement und Prompt
→ eindeutiger 3/4-Loop aus Piano, Bass und Brushes
→ Suno übernimmt Klang, Puls und Metrum
→ Solisten und Dramaturgie entwickeln sich darauf
Ein solcher Loop könnte acht oder sechzehn Takte umfassen. Er müsste noch kein fertiger Song sein. Seine Aufgabe wäre lediglich, das metrische Fundament hörbar und unverhandelbar vorzugeben.
Damit würde unser virtuelles Studio erstmals nicht nur mit Sprache arbeiten. Es gäbe der KI auch tatsächliches musikalisches Material – vergleichbar mit einer Band, die nicht nur hört „Spielt einen Jazz-Walzer“, sondern von der Rhythmusgruppe einen konkreten Groove vorgezählt bekommt.
Ob Suno diesen 3/4-Loop zuverlässig fortführen kann, wissen wir noch nicht. Das wäre ein eigener Nachtest. Die Audiovorlage ist deshalb keine bestätigte Lösung, sondern die nächste überprüfbare Hypothese.
Konsequenz für den späteren Workflow
Für das Zielbild unseres Jazzstudios entsteht damit möglicherweise eine neue Rolle:
Rhythm Section Designer
Dieser Spezialist würde nicht nur beschreiben, wie ein Rhythmus klingen soll. Er könnte bei metrisch anspruchsvollen Stücken zusätzlich einen einfachen Kontroll-Loop bereitstellen:
Taktart,
Tempo,
Akzentstruktur,
Basspuls,
grundlegendes Brush- oder Drum-Pattern.
Der spätere Music Generator hätte dann zwei mögliche Produktionswege:
Freie Jazzproduktion
→ Prompt und Regiepartitur
Metrisch präzise Jazzproduktion
→ Prompt, Regiepartitur und Audio-Loop
Das wäre eine echte Erweiterung unserer bisherigen Studioarchitektur. Nicht weil Prompts plötzlich unwichtig werden, sondern weil Sprache allein nicht jede musikalische Information gleich gut transportiert.
Ergebnis: Nicht bestanden – und gerade deshalb wichtig
Test 4 hat sein Kernziel verfehlt. Kein Schönreden, kein nachträgliches Umdefinieren: Wir wollten einen Jazz-Walzer, und Suno lieferte keinen.
Gleichzeitig haben wir gelernt:
Instrumentale Regie im Songtextfeld funktioniert.
Ausführliche Formanweisungen werden zuverlässig umgesetzt.
Getrennte längere Solorollen sind reproduzierbar.
Ein guter Song kann aus einem gescheiterten Test entstehen.
Für präzise Metrik benötigen wir möglicherweise erstmals mehr als einen Prompt.
Genau deshalb gehören auch nicht bestandene Tests in „Behind the Music“. Kreative Zusammenarbeit besteht nicht nur aus Erfolgsgeschichten. Sie wird dort interessant, wo eine Annahme scheitert und das Studio daraufhin seine Arbeitsweise verändert.
Oder anders gesagt:
Wir wollten drei Schritte tanzen. Suno spielte etwas anderes. Jetzt bauen wir vielleicht zum ersten Mal selbst den Boden.
Kann Suno einen zurückhaltenden Midnight Blues spielen, ohne daraus am Ende doch Rock zu machen? Unser drittes Casting lieferte vier Songs, drei musikalische Richtungen – und möglicherweise die Idee für ein weiteres Album.
Vom Jazzclub in die Bluesbar
Das zweite Album von Friday Morning Music soll musikalisch eine neue Welt öffnen: Jazz, Swing, Blues und weitere jazzige Elemente. Bevor wir dafür unser virtuelles Studio und den Music-Generator-Workflow umbauen, testen wir systematisch, welche Rollen Suno v5.5 tatsächlich überzeugend übernehmen kann.
Nach einer instrumentalen Jazzballade und einem Medium-Swing-Test war diesmal der Blues an der Reihe. Die zentrale Frage lautete:
Kann Suno einen intimen akustischen 12-Bar-Blues mit glaubwürdigem Shuffle-Pocket, männlichem Bariton und Call-and-Response erzeugen, ohne in Bluesrock oder Soulrock abzudriften?
Der Arbeitstitel war fast zwangsläufig: „The Long Way Home“.
Der Versuchsaufbau
Der Song sollte wie eine kleine Late-Night-Session klingen: warme, leicht raue männliche Stimme, Piano, Kontrabass, zurückhaltende Brushes und ein lyrisches Tenorsaxofon. Keine Rockdramaturgie, kein großes Gitarrensolo, kein Gospelchor und keine schweren Drums.
Im Lyrics-Feld erhielt Suno eine ausführliche Form:
vier Takte instrumentales Intro,
mehrere klar bezeichnete 12-Bar-Blues-Chorusse,
kurze Antworten des Saxofons auf die Stimme,
ein vollständiger 12-taktiger Piano-Solo-Chorus,
ruhiges instrumentales Outro.
Die Parameter blieben unverändert:
Parameter
Einstellung
Modell
Suno v5.5
Weirdness
50 %
Style Influence
50 %
Ziel
ungefähr 3 Minuten
Anzahl
vier Versionen aus zwei Generierungsläufen
Viermal fast genau drei Minuten
Die Formsteuerung funktionierte erneut bemerkenswert stabil:
Version
Laufzeit
V1
2:59,83
V2
3:02,11
V3
2:59,35
V4
2:59,47
Durchschnitt
3:00,19
Damit bestätigt sich unsere Erkenntnis aus dem vorherigen Swing-Test inzwischen auch genreübergreifend:
Nicht die Textmenge entscheidet über die Songlänge. Eine konkrete musikalische Form im Lyrics-Feld kann Suno sehr zuverlässig zu einer vollständigen Drei-Minuten-Struktur führen.
Die eigentliche Überraschung lag diesmal allerdings nicht in der Länge, sondern in dem, was Suno innerhalb dieser Form daraus machte.
Ein Prompt, drei verschiedene Bluesräume
V1 und V2 hielten sich weitgehend an die Bestellung. Beide klingen wie klassische, zurückhaltende Midnight-Blues-Versionen. V2 besitzt dabei ein besonders schönes Piano-Solo. Das Saxofon mischt sich stärker ein als erwartet, war allerdings nicht vollständig zum Schweigen verpflichtet: Es durfte im Prompt gelegentlich begleiten.
V3 beginnt ebenfalls vergleichsweise brav und nah an unseren Vorgaben. Dann öffnet sich das Arrangement: Bläsersatz, E-Gitarre und Background Vocals kommen hinzu. Aus dem intimen Club-Blues entsteht eine sehr überzeugende Mischung aus Midnight Blues und einer größeren, dramatischeren Produktion.
V4 geht noch weiter. Die Stimme ist rauchiger, das Saxofon ausgesprochen variantenreich und die Dramaturgie deutlich größer. Aus dem Late-Night-Blues wird beinahe ein Rock-Blues – obwohl E-Gitarre, Rock und große Steigerungen ausdrücklich ausgeschlossen waren.
Richtung
Versionen
Charakter
Midnight Blues
V1 und V2
klassisch, intim, akustisch und kontrolliert
Crossroads Blues
V3
beginnt zurückhaltend und öffnet sich später zu Bläsern, E-Gitarre und Background Vocals
Dramatic Rock-Blues
V4
rauchiger, variantenreicher und stark dramaturgisch aufgebaut
Das Interessante daran: Die vier Versionen entstanden mit identischem Prompt und identischen Parametern. Suno setzte also keine feste Partitur um, sondern interpretierte einen musikalischen Möglichkeitsraum.
Hörlabor: Welche Richtung führt nach Hause?
Hier sollen künftig nicht nur unsere Beschreibungen stehen. Die Leserinnen und Leser können die entscheidenden Ausschnitte selbst vergleichen.
Hörbeispiel V4: Dramatic Rock-Blues
Hörfrage: Ist das noch Jazz-Blues – oder bereits der Beginn eines ganz anderen Albums?
Lernt Suno unseren Musikgeschmack?
Da das Saxofon inzwischen ein fester Bestandteil unserer Musik-DNA ist, stellte sich zwangsläufig die Frage, ob Suno unsere Vorlieben aus früheren Produktionen übernimmt.
Suno v5.5 besitzt mit „My Taste“ tatsächlich eine Personalisierungsfunktion, die unter anderem häufig verwendete Genres, Stimmungen sowie Hör- und Erstellungsgewohnheiten berücksichtigt. Laut Suno wirkt sie insbesondere bei der automatischen Erweiterung von Style-Beschreibungen. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass jeder manuell eingegebene Custom-Prompt unbemerkt mit der persönlichen Musikgeschichte vermischt wird. Suno: My Taste
In unserem Test war die einfachere Erklärung naheliegender: Wir hatten das Saxofon ausdrücklich als Teil des Ensembles und als Antwort auf die Stimme vorgesehen. Dass es sich beteiligt, war also gewollt. Wie viel Raum es sich nimmt, blieb dagegen deutlich weniger kontrollierbar.
Die E-Gitarre in V3 und V4 war eine echte Regelabweichung. Ob hier eine allgemeine Blues-Assoziation des Modells, persönliche Geschmacksdaten oder schlicht die normale Streuung der Generierung eine Rolle spielte, lässt sich aus diesem Test nicht sicher ableiten.
Wie lässt sich das reproduzieren?
Die exakten Songs können wir nicht verlässlich kopieren. Reproduzierbar werden können aber ihre musikalischen Korridore.
Was in V3 und V4 zufällig geschah, müsste dafür beim nächsten Mal ausdrücklich Teil der Dramaturgie werden:
Midnight Session
Akustisches Quartett, zurückhaltender Bariton, Piano-Solo, Brushes, keine E-Gitarre, keine Background Vocals und keine große Schlusssteigerung.
Crossroads Session
Intimer akustischer Beginn; erst in der zweiten Hälfte eine kontrollierte Öffnung mit dezentem Bläsersatz, einzelnen cleanen E-Gitarren-Antworten und warmen Background Vocals.
Dramatic Blues Session
Kleiner atmosphärischer Beginn, anschließend bewusster Aufbau zu einem emotionalen Rock-Blues-Finale mit rauer Stimme, variantenreichem Saxofon und größerer Band.
Für den späteren Workflow spricht das gegen einen einzigen starren Blues-Spezialisten. Sinnvoller wäre ein Bluesstudio mit drei auswählbaren Produktionsmodi – ergänzt um die Regel, dass eine ungeplante Abweichung nicht automatisch entfernt wird, wenn sie den Song musikalisch stärker macht.
Vielleicht gehört der Midnight Blues gar nicht auf das Jazzalbum
Während des Hörens entstand noch eine andere Idee: Vielleicht sollten die klassischen Midnight-Blues-Versionen gar nicht Teil des geplanten Jazzalbums werden.
V1 und V2 besitzen eine eigene Qualität. Sie drängen sich nicht in den Vordergrund, schaffen Atmosphäre und könnten als musikalische Begleitung durch einen ruhigen Abend funktionieren. Daraus könnte später ein eigenes Album entstehen: geschlossen, warm, unaufgeregt und bewusst weniger dramatisch.
Das Jazzalbum dürfte dann freier bleiben: mit stärkeren Dialogen, überraschenden Instrumenten, Brüchen und improvisatorischer Entwicklung. Ein mögliches Midnight-Blues-Album hätte dagegen einen klaren Nutzen als zusammenhängender Klangraum.
Noch ist das keine Produktionsentscheidung. Aber es ist genau die Art von Idee, für die wir diese Tests durchführen.
Ergebnis: Test bestanden – und das Studio wird größer
Prüffrage
Ergebnis
Stabile Drei-Minuten-Form
Bestanden – vier von vier Versionen
Glaubwürdiger klassischer Midnight Blues
Bestanden – besonders V1 und V2
Piano als improvisierendes Instrument
Bestanden – besonders V2
Stimme mit rauem Bluescharakter
Teilweise – deutlich stärker in V3 und V4
Vermeidung von E-Gitarre und Rockelementen
Nicht zuverlässig bestanden
Musikalische Qualität der Abweichungen
Überraschend hoch
Reproduzierbarkeit der drei Richtungen
Als nächster Workflow-Schritt zu entwickeln
Aus einem Test wurden damit drei Studios. Und möglicherweise aus einem geplanten Album irgendwann zwei.
Jetzt interessiert uns die zusätzliche Perspektive aus dem Publikum:
Welche Richtung würdet ihr weiterverfolgen – Midnight Blues, Crossroads Blues oder Dramatic Rock-Blues? Und ist eine unerlaubte E-Gitarre ein Produktionsfehler, wenn sie den Song besser macht?
Behind the Music dokumentiert die Entwicklung von Friday Morning Music und die kreative Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI – mit Tests, Irrtümern, Korrekturen, überraschenden Studiogästen und Entscheidungen, die erst beim gemeinsamen Hören entstehen.
Kann Suno längere Jazz-Improvisationen – oder bleibt nach wenigen Takten schon wieder die Tür zum Club zu? Unser zweiter Test begann mit einem Fehlschluss und endete mit einer ausgesprochen produktiven Regelverletzung.
Die offene Frage nach dem ersten Swing-Test
Für das zweite Album von Friday Morning Music soll ein neues virtuelles Studio entstehen: nicht als umgebautes Rockstudio, sondern als eigene Besetzung für Jazz, Swing, Blues und verwandte Klangwelten.
Im ersten Jazz-Casting hatte Suno v5.5 bereits gezeigt, dass es eine lyrische instrumentale Jazzballade mit Saxofon, Piano, Bass und Brushes überzeugend gestalten kann. Im nächsten Schritt wollten wir wissen, wie Suno mit einem kurzen Gesangstext umgeht. Die Idee dahinter war typisch Jazz: weniger Text, mehr Luft, die Stimme als Teil des Ensembles und zusätzlicher Raum für Improvisation.
Das Ergebnis war zunächst ernüchternd. Obwohl eine Dauer von ungefähr drei Minuten vorgegeben war, blieben alle vier Versionen deutlich kürzer:
Version
Laufzeit
V1
1:24,84
V2
1:23,95
V3
1:07,97
V4
2:04,03
V4 war musikalisch die stärkste Fassung: gutes Intro, längere Saxofonpassagen und ein schönes Duett am Ende. Trotzdem improvisierte im Wesentlichen nur das Saxofon; die übrigen Instrumente begleiteten.
Die erste Vermutung lag nahe: Vielleicht kann Suno mit kurzen Lyrics keine längeren Songs bauen. Doch genau an dieser Stelle mussten wir unsere eigene Analyse korrigieren. Der Test hatte nur gezeigt, dass Suno die gewünschten Improvisationen in dieser Versuchsanordnung nicht geliefert hatte. Er hatte noch nicht beantwortet, ob Suno längere Improvisationen grundsätzlich erzeugen kann.
Also brauchten wir keinen vorschnellen Umbau des Workflows, sondern einen saubereren Test.
Der neue Versuchsaufbau
Diesmal sollte möglichst genau eine offene Frage untersucht werden:
Kann Suno v5.5 innerhalb eines Vocal-Jazz-Songs eine längere, zusammenhängende Saxofon-Improvisation entwickeln?
Die musikalische Grundidee blieb erhalten: Medium Swing, kleines akustisches Ensemble, Piano, Kontrabass, Brushes und Tenorsaxofon. Der kurze Text von „Leave a Little Room“ blieb ebenfalls bestehen. Neu war eine ausführliche Formbeschreibung direkt im Lyrics-Feld:
acht Takte instrumentales Intro,
zwei kurze gesungene A-Teile,
ein ausdrücklich verlangtes Saxofonsolo über 32 Takte,
Rückkehr zum Gesang,
finales Wechselspiel zwischen Stimme und Saxofon,
acht Takte Outro.
Als bewusste zusätzliche Variation kam erstmals eine warme weibliche Altstimme hinzu. Alle übrigen Parameter blieben unverändert:
Parameter
Einstellung
Modell
Suno v5.5
Weirdness
50 %
Style Influence
50 %
Ziel
ungefähr 3 Minuten
Anzahl
vier Versionen
Piano, Bass und Brushes sollten ausdrücklich nur begleiten. Keine weiteren Soli. Zumindest stand es so im Plan.
Vier Treffer bei der Songlänge
Schon der objektive Vergleich war eindeutig:
Version
Laufzeit
Abweichung von 3:00
V1
2:59,40
−0,60 Sek.
V2
2:56,81
−3,19 Sek.
V3
2:58,27
−1,73 Sek.
V4
2:57,89
−2,11 Sek.
Durchschnitt
2:58,09
−1,91 Sek.
Die vier Fassungen unterschieden sich nur um rund 2,6 Sekunden. Damit ist die erste Erkenntnis belastbar:
Kurze Lyrics führen in Suno v5.5 nicht zwangsläufig zu kurzen Songs. Eine ausführliche musikalische Form im Lyrics-Feld kann die gewünschte Drei-Minuten-Struktur sehr zuverlässig herstellen.
Eine bloße Zeitangabe im Style-Prompt hatte dafür nicht genügt. Erst die konkrete Folge aus Intro, Gesang, Solo, Rückkehr und Outro gab Suno offenbar eine Form, die das Modell musikalisch ausfüllen konnte.
Kann Suno länger improvisieren?
Auch die eigentliche Testfrage können wir im Grundsatz mit Ja beantworten. Die neuen Versionen enthalten deutlich längere Saxofonpassagen als die vorherigen Kurzfassungen. Die Improvisation ist nicht nur ein dekorativer Übergang, sondern erhält einen eigenen Abschnitt innerhalb des Songs.
Wichtig bleibt die methodische Einschränkung: Wir haben die Takte nicht einzeln ausgezählt. Deshalb ist nicht bewiesen, dass Suno die verlangten 32 Takte formal exakt eingehalten hat. Nachgewiesen ist aber die musikalisch entscheidende Fähigkeit, einen deutlich längeren Improvisationsraum innerhalb einer stabilen Songform zu erzeugen.
Die Stimme wird Teil des Ensembles
V1 zeigte besonders schön eine weitere Idee unseres künftigen Jazzstudios. Die Sängerin transportiert nicht nur den Text. Ihre Stimme gibt musikalische Impulse, antwortet den Instrumenten und wird selbst zu einem Bestandteil des Arrangements. Dazu kommen starke Breaks und eine insgesamt stärker vokal geprägte Dramaturgie.
Genau diese Rolle hatten wir uns für Gesang im Jazz vorgestellt: weniger starre Abfolge von Strophe und Refrain, mehr musikalische Kommunikation.
Und dann kam das Piano
In V2 tauchte erstmals ein Piano-Solo auf. Das war ausdrücklich verboten. Auch in V4 beteiligte sich das Piano stärker am Wechselspiel, als es der Prompt vorgesehen hatte.
Aus Sicht der Prompttreue ist das ein Fehler. Aus musikalischer Sicht war es eine Bereicherung.
V4 wurde nach dem ersten Hören zum Favoriten: überraschende Wendungen im Saxofonsolo, ein lebendiger Dialog zwischen Stimme, Saxofon und Piano sowie Drums, die mit Brushes angenehm unterstützend bleiben, ohne sich in den Vordergrund zu spielen. V1 blieb als starke Alternative bestehen – mit präsenterer Stimme und besonders wirkungsvollen Breaks.
Damit entstand der vielleicht wichtigste Satz dieses Castings:
Suno hält sich nicht immer an die Besetzungsliste – aber manchmal ist genau der Musiker, der sich ungefragt einmischt, musikalisch eine Bereicherung.
Warum uns das an unser Rockstudio erinnert
Im Rock-Workflow hatten wir ein anderes Problem. Die spezialisierten Agenten arbeiteten so kontrolliert und führten die Ergebnisse so konsequent auf die Friday-Morning-Music-DNA zurück, dass Überraschungen teilweise verloren gingen. Deshalb entstand „Studio Jam“: ein virtueller Studiomusiker, der bewusst etwas Unerwartetes ausprobiert.
Im Jazz scheint diese Offenheit schon stärker aus der Musikform selbst zu entstehen. Längere instrumentale Räume geben Suno offenbar die Erlaubnis, mehr Eigenleben zu entwickeln. Das ungeplante Piano ist damit nicht nur eine kuriose Abweichung, sondern ein Hinweis für die spätere Workflow-Architektur.
Vielleicht muss die Musik-DNA künftig weniger wie ein Rezept und mehr wie ein Entscheidungsmaßstab wirken. Nicht jede neue Idee sollte am Ende wieder vollständig in das Bekannte zurückübersetzt werden.
Die passendere Regel könnte lauten:
Bewahre die charakteristischen Elemente unserer Musik-DNA, ohne produktive Überraschungen und musikalisch starke Regelabweichungen automatisch zu entfernen.
Ergebnis: Test bestanden
Prüffrage
Ergebnis
Erreicht Suno mit kurzem Text zuverlässig ungefähr drei Minuten?
Bestanden – 4 von 4 Versionen
Kann Suno längere Saxofon-Improvisationen erzeugen?
Im Grundsatz bestanden
Wurden exakt 32 Takte nachgewiesen?
Noch nicht verifiziert
Kann die Stimme als instrumentaler Bestandteil funktionieren?
Bestanden
Hält Suno die Solo-Rollen zuverlässig ein?
Nicht bestanden
War die Regelabweichung musikalisch interessant?
Eindeutig ja
Das Jazz-Casting hat damit nicht nur eine technische Frage beantwortet. Es hat uns daran erinnert, dass kreative Zusammenarbeit nicht allein aus möglichst genauer Befolgung von Anweisungen besteht.
Manchmal ist ein Regelverstoß tatsächlich ein Fehler. Manchmal beginnt genau dort die Session.
Und irgendwann bekommt auch der Drummer seinen eigenen Test. Versprochen.
Teaser: Für das zweite Album soll sich das virtuelle Studio von Friday Morning Music musikalisch vollständig neu aufstellen. Bevor wir dafür neue KI-Produzenten und Jazz-Spezialisten entwickeln, musste Suno v5.5 zum Casting antreten. Der erste Test: eine instrumentale Jazzballade mit viel Raum, feinen Brushes, einem lyrischen Saxofon und einem Motiv, das sich im Verlauf des Stücks weiterentwickelt.
Das erste Album „Freedom“ ist veröffentlicht. Eigentlich wäre jetzt ein guter Moment, kurz durchzuatmen. Aber ein virtuelles Musikstudio kennt offenbar dieselbe Regel wie ein echtes: Nach dem Album ist vor dem Album.
Das zweite Projekt soll musikalisch in eine völlig andere Richtung gehen. Statt Rock, Soul Rock, Funk und Dance Pop stehen diesmal Jazz, Swing, Blues und weitere jazzige Elemente im Mittelpunkt. Dafür können wir nicht einfach im bestehenden Music Generator den Begriff „Rock“ durch „Jazz“ ersetzen. Ein anderes Genre braucht andere Produzenten, andere Studiomusiker – und möglicherweise sogar eine andere Vorstellung davon, was ein Song überhaupt sein kann.
Bevor wir aber unser virtuelles Studio umbauen, wollten wir eine grundlegende Frage beantworten:
Wie gut kann Suno heute tatsächlich mit Jazz umgehen?
Nicht nur mit dem Klangetikett „Jazz“, sondern mit den Dingen, die diese Musik interessant machen: Raum, Zurückhaltung, musikalisches Zuhören, Motiventwicklung und das Gespräch zwischen Instrumenten.
Der erste Casting-Auftrag
Für den ersten Test wählten wir bewusst keine Big Band, keinen komplizierten Takt und keinen virtuosen Bebop. Die Aufgabe sollte überschaubar sein und trotzdem zeigen, ob Suno musikalische Beziehungen versteht.
Gesucht wurde eine intime instrumentale Jazzballade bei ungefähr 68 BPM. Die Besetzung: Tenorsaxofon, Flügel, Kontrabass und zurückhaltend gespielte Brushes. Das Saxofon sollte ein einfaches Vier-Ton-Motiv vorstellen. Das Piano sollte darauf antworten. Anschließend sollte das Ensemble dieses Motiv behutsam verändern, bevor es am Ende in reduzierter Form zurückkehrt.
Der auf 1.000 Zeichen optimierte Style-Prompt lautete:
Instrumental contemporary jazz ballad, approx. 68 BPM. Intimate acoustic quartet: warm lyrical tenor saxophone, grand piano, upright bass and softly brushed drums. Spacious natural studio sound, human timing, restrained dynamics and plenty of silence between phrases. Begin with a short rubato piano intro. Tenor sax introduces a simple, memorable four-note motif; piano answers gently. Develop and vary the motif through subtle harmonic changes, melodic fragments and quiet ensemble conversation. Build gradually without becoming loud: intimate opening, gentle development, expressive but controlled sax improvisation, sparse piano reflection, then a reduced return of the original motif. End quietly and slightly unresolved with piano, bass and one final soft sax phrase. Brushes remain delicate throughout. Warm acoustic sound, elegant restraint, musicians listening and responding. No dramatic climax, dense arrangement, virtuoso display, smooth-jazz gloss or pop structure.
Zusätzlich wurden Vocals, Scat, Streicher, Synthesizer, elektronische Drums, Smooth Jazz, Poprefrains und cineastische Klangsteigerungen ausgeschlossen.
Die Testbedingungen blieben bei allen vier Generationen identisch:
Modell: Suno v5.5
Songmodus: Instrumental
Weirdness: 50 Prozent
Stileinfluss: 50 Prozent
Prompt und Exclude-Feld: unverändert
Nachbearbeitung: keine
Damit wollten wir nicht die schönste Zufallsversion finden, sondern beobachten, wie zuverlässig Suno denselben Auftrag viermal interpretiert.
Viermal derselbe Auftrag – vier unterschiedliche Gespräche
Alle vier Stücke erhielten den Arbeitstitel „Quiet Conversation“. Und tatsächlich klangen sie wie Mitglieder derselben musikalischen Familie. Das Tempo war langsam, die Stimmung warm und nachdenklich, das Tenorsaxofon melodisch und kontrolliert. Keine Version rutschte in Pop, orchestrale Filmmusik oder überpolierten Smooth Jazz ab.
Trotzdem unterschieden sich die Ergebnisse deutlich.
Version
Länge
Charakter
Bewertung
Quiet Conversation 1
3:35
emotional geschlossen, starker Dialog zwischen Saxofon und Piano
42/50
Quiet Conversation 2
3:08
kompakter, lauter und stärker ausproduziert
36/50
Quiet Conversation 3
3:08
offen, fragil und am stärksten improvisatorisch
42/50
Quiet Conversation 4
2:19
zurückhaltend und stimmig, aber kürzer entwickelt
40/50
Die Spannweite der Länge allein war bemerkenswert: Bei identischen Einstellungen entstanden Stücke zwischen 2:19 und 3:35 Minuten. Auch Dynamik, Raumgefühl und Intensitätsverlauf variierten deutlich.
Was Suno zuverlässig verstanden hat
Das erste Ergebnis ist klar: Suno v5.5 kann eine instrumentale Jazzballade überzeugend erzeugen.
Über alle vier Versionen hinweg funktionierten besonders gut:
die akustische Quartettanmutung,
das langsame Tempo,
die zurückhaltenden Brushes,
das warme, lyrische Tenorsaxofon,
die nachdenkliche Atmosphäre,
der Verzicht auf Popstruktur und großen Showeffekt,
ein kontrollierter, meist ruhiger Ausklang.
Vor allem das Saxofon bestand das Casting beinahe sofort. Es klang in allen vier Fassungen wie ein emotionaler Erzähler und nicht wie ein Instrument, das nur möglichst viele Töne unterbringen möchte.
Wo aus einer Anweisung eine Anregung wurde
Schwieriger waren die kompositorischen Details.
Alle vier Fassungen besaßen eine erkennbare melodische Idee. Das ausdrücklich verlangte Vier-Ton-Motiv wurde aber nicht so eindeutig vorgestellt, zerlegt, verändert und später wieder zusammengesetzt, wie es ein menschlicher Arrangeur vermutlich geplant hätte. Suno verstand die Vorgabe eher als Wunsch nach einem prägnanten melodischen Ausgangspunkt.
Auch die beschriebene Abfolge – Rubato-Piano, Saxofonmotiv, Entwicklung, Improvisation, Pianoreflexion und reduzierte Rückkehr – wurde nicht wie ein verbindlicher Bauplan ausgeführt. Sie wirkte eher als dramaturgische Inspiration.
Das führt zu einer ersten belastbaren Erkenntnis:
Klangliche Eigenschaften setzt Suno v5.5 relativ zuverlässig um. Musikalische Beziehungen und konkrete Formvorgaben interpretiert es deutlich freier.
Oder etwas weniger technisch formuliert: Suno versteht sehr gut, wie eine leise Jazzballade klingen soll. Ob die Musiker dabei genau in der vereinbarten Reihenfolge miteinander sprechen, entscheidet das Modell weiterhin selbst.
Dann widersprach der Mensch der KI
Auch unsere gemeinsame Bewertung wurde Teil des Experiments.
In der ersten Analyse erhielt Version 1 zunächst 39 von 50 Punkten. Die KI bewertete den Dialog zwischen Saxofon und Piano, die Dramaturgie und die emotionale Wirkung etwas zurückhaltender. Markus hörte dagegen gerade in diesen Punkten eine klare musikalische Unterhaltung und einen sehr ansprechenden Spannungsbogen.
Nach der gemeinsamen Diskussion wurde die Bewertung auf 42 Punkte korrigiert.
Das war kein Fehler im Test, sondern vielleicht dessen wichtigster Moment. Technische Analyse kann Dynamik, Tempo, Lautheit und strukturelle Veränderungen sichtbar machen. Sie kann auch prüfen, ob eine Anweisung wahrscheinlich umgesetzt wurde. Was sie nicht abschließend bestimmen kann, ist die persönliche Bedeutung einer Aufnahme.
Deshalb unterscheiden wir künftig zwei Perspektiven:
Analytische Bewertung: Prompttreue, Form, Dynamik, Instrumentierung und technische Eigenschaften.
Künstlerische Bewertung: emotionale Wirkung, musikalisches Gespräch und persönliche Resonanz.
Die KI darf analysieren, begründen und auch widersprechen. Die künstlerische Entscheidung bleibt beim Menschen.
Hat die erste Jazz-Signature das Casting bestanden?
Ja.
Eine Instrumental Jazz Ballad Signature wird voraussichtlich Teil des neuen virtuellen Jazzstudios. Ihre belastbare musikalische DNA könnte so aussehen:
intimes akustisches Jazzquartett,
lyrisches Tenorsaxofon als emotionaler Erzähler,
Piano, Kontrabass und Brushes,
langsames Tempo zwischen etwa 64 und 72 BPM,
natürliche Dynamik und zurückhaltende Produktion,
keine Popstruktur,
kein dramatischer Höhepunkt,
ruhiges Zusammenspiel,
behutsame thematische Entwicklung,
nachdenkliches, leicht offenes Ende.
Das exakt definierte Vier-Ton-Motiv und eine feste Abschnittsfolge werden dagegen keine unverrückbaren Regeln. Sie bleiben songbezogene Wünsche, deren Umsetzung geprüft und gegebenenfalls in einer weiteren Produktionsrunde bearbeitet wird.
Unser erstes Learning aus dem Jazzstudio
Das neue Studio hat noch keine fertige Besetzung. Aber der erste Musiker darf vermutlich bleiben.
Suno bestand die Rolle des Saxofonisten sofort. Schwieriger war die Regieanweisung, zwischen den Tönen auch wirklich nichts zu spielen.
Und genau deshalb führen wir dieses Casting durch, bevor wir neue Workflows und KI-Spezialisten bauen. Nicht jede theoretisch gute Idee funktioniert musikalisch. Nicht jede Promptanweisung wird zur verbindlichen Komposition. Und nicht jede messbare Abweichung macht ein Stück schlechter.
Die nächste Casting-Runde wird zeigen, ob Suno auch einen Medium Swing mit kurzem Text glaubwürdig umsetzen kann – ohne daraus einen Popsong im Retro-Anzug zu machen.